Materialeffizienz: Untersuchung der Wirksamkeit des Programms zur Verbesserung der Materialeffizienz
Hintergrund:
In der deutschen Industrie werden jährlich Materialien im Wert von 500 Mrd. € verarbeitet. Die Steigerung der Materialeffizienz um 10 bis 20 Prozent könnte schon kurzfristig zu jährlichen Einsparungen von 50 bis 100 Mrd. € führen. Diese Einsparungen sind wirtschaftlich und ihre Erschließung wäre von enormer betriebs- und volkswirtschaftlicher Relevanz. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung beschlossen, das Impulsprogramm Materialeffizienz aufzulegen. Es hat zum Ziel, die Materialeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des produzierenden Gewerbes zu erhöhen.
Im Jahre 2004 hat das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Impulsprogramms erstmalig den Deutschen Materialeffizienzpreis ausgelobt. Ausgezeichnet wurden vorbildliche Praxis-Beispiele aus den Bereichen Chemie, Baustoffe, Metallverarbeitung, Dienstleistung und Logistik, bei denen es durch den Einsatz von Innovationen zur rentablen Steigerung der Materialeffizienz gekommen ist. Parallel dazu wurde im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums eine Studie zur Konzeption eines Programms für die Steigerung der Materialeffizienz in mittelständischen Unternehmen beauftragt (Arthur D. Little GmbH / Wuppertal Institut / Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung, 2005, www.materialeffizienz.de/was-ist-materialeffizienz/studien-zum-impulsprogramm). Die Studie liegt seit im Mai 2005 vor und bildete die Grundlage für das Impulsprogramm, das mit zwei Richtlinien 2006 in Kraft trat:
- Richtlinie zum Programm für die Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen zur rentablen Verbesserung der Materialeffizienz (VerMat) vom 4. Januar 2006,
- Richtlinie zum Programm für die Förderung von Netzwerken zur rentablen Verbesserung der Materialeffizienz primär in kleinen und mittleren Unternehmen (NeMat) vom 4. August 2006.
Zur Umsetzung des Programms und seiner drei Pfeiler, Deutscher Materialeffizienzpreis, VerMat und NeMat, wurde im Herbst 2005 die Deutsche Materialeffizienzagentur (demea) gegründet, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH (VDI/VDE-IT) betrieben wird.
Zielsetzung:
Um die Wirksamkeit des Gesamtprogramms sowie die inhaltliche und administrative Umsetzung des Impulsprogramms zu analysieren und Weiterentwicklungspotentiale auszuloten, ließ das Bundeswirtschaftsministerium das Förderprogramm im Rahmen dieses Projektes evaluieren.
Im Rahmen der Evaluierung, die in Zusammenarbeit des Wuppertal Instituts und der IREES GmbH erfolgte, wurden die bisherigen Arbeiten der Deutschen Materialeffizienzagentur analysiert und, sofern sinnvoll, Weiterentwicklungsoptionen des Impulsprogramms vorgeschlagen.
Ergebnisse:
Die Analysen ergaben ein durchschnittliches Einsparpotenzial von 4.000 € pro Mitarbeiter und Jahr. Im Durchschnitt sind das 270.000 Euro bzw. 2,7 % des Umsatzes, die je Unternehmen jährlich eingespart werden, was den volkswirtschaftlichen Nutzen des Programms unterstreicht.
Die Ergebnisse der Evaluierung wurden am 17.01.2008 im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin vorgestellt.
Knapp die Hälfte der in der Beratung vorgeschlagenen Maßnahmen konnten die Unternehmen unmittelbar ohne Investitionen umsetzen. Ein weiteres Drittel der Maßnahmen wurde durch Investitionen von weniger als 50.000 Euro umgesetzt. Mit Amortisationszeiten von meist weniger als einem Jahr wurde eine gute Wirtschaftlichkeit erreicht. Durch die Erschließung der Einsparpotenziale können deutsche Unternehmen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessern.
Der Projektbericht kann auf der Seite des BMWi heruntergeladen werden.
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=234842.html
Projekt Website: http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/root,did=233434.html
Laufzeit: August 2007 bis Januar 2008
Auftraggeber: Bundeswirtschaftsministerium
Partner: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
Ansprechpartner:
Volker Ott, Dr. Annette Roser
IREES GmbH
v.ott@irees.de, a.roser@irees.de
26.02.2008
Projektbericht
Roser, Annette; Kristof, Kora; Lembken, Thomas; Ott, Volker: Untersuchung der Wirksamkeit des Programms zur Verbesserung der Materialeffizienz, Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, 2008
2008
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