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2017

PtG-Konzepte mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz für eine effiziente und flexible Speicher- und Energieinfrastruktur zur Integration Erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg, 2017

Köppel, W.; Gubkina, N.; McKenna, R.; Jäger, T.; Bchini, Q.; Kunze, R.; Leibfried, T.; König, S.; Suriyah, M.; Meyer-Hübner, N.; Wietschel, M.; Michaelis, J.; Entress, J.; Bachseitz, M.; Ryba, M.; Trauth, R.; Resch, H.; Roser, A.; Schakib-Ekbatan, K. (2017). PtG-Konzepte mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz für eine effiziente und flexible Speicher- und Energieinfrastruktur zur Integration Erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg. Forschungsbericht BWPLUS. Im Auftrag des Landes Baden-Württemberg.

Der Gesamtbericht kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Zusammenfassung

Die Studie führt technische, wirtschaftliche und soziologische Analysen zusammen, um Aussagen zum Potential von PtG in Baden-Württemberg aufzuzeigen. Für Detailanalysen in Verteilnetzen wurden beispielhaft die Modellregionen Karlsruhe, Aalen, Pfaffenweiler/Erbringen und Leutkirch (Winterstetten und Friesenhofen) ausgewählt, die sich in der Infrastruktur Strom- und Gasnetz sowie in dem Potential zur Erzeugung erneuerbarer Energien unterscheiden. Karlsruhe repräsentiert die Großstadt mit einer sehr guten Infrastruktur, die typischerweise wenig erneuerbarer Energie aufweist. Aalen als Kleinstadt mit einem hohen Anteil an erneuerbarer Energie im Umland steht für einen hohen Energiebedarf und einen hohen Eigenanteil an erneuerbarer Energie sowie einer guten Infrastruktur. Die beiden anderen Modellregionen sind ländliche Regionen, die eine mäßige Infrastruktur haben und im Vergleich zu ihrer Last hohe Anteile an erneuerbarer Energie aufweisen.

Parallel zu den technischen und wirtschaftlichen Untersuchungen erfolgte eine Akzeptanzanalyse auf Basis von Experteninterviews und Fokusgruppendiskussionen. Ziel dieser Akzeptanzanalyse war zum einen die Erfahrungen bei der Umsetzung der existierenden PtG-Projekte zu beschreiben und zum anderen die Vorbehalte und die Chancen von PtG für eine zukünftige Umsetzung in Baden-Württemberg zu evaluieren. Die wichtigsten Ergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden. Die Einbindung aller betroffenen Gruppen sollte möglichst früh erfolgen, um von Anfang an eine hohe Transparenz und ein gegenseitiges Vertrauen zu erreichen. Diese Transparenz kann durch Vertreter der Energieversorger und Kommunen durch frühzeitige Kommunikation und Beachtung regionaler Besonderheiten wie z.B. subjektiven Landschaftsbewertung oder Ortsidentität unterstützt werden. Wichtig für diese Aufgabe ist eine gute regional abgestimmte Vorfeld-Analyse zur Identifizierung von Kommunikationsstrukturen und der regionalen Interessen. Wichtig erscheint auch eine Diskussion über subjektiv wahrgenommene und objektive Risiken wie z.B. Lärmbelästigung und Besitzentwertung. Auch ist es sinnvoll eine Vermittlung der Technologie, eine Herausstellung regionaler Vorteile und die Partizipationsmöglichkeiten für die Identifikation mit einer geplanten Anlage durchzuführen bzw. anzubieten. Eine im Vorfeld von allen Seiten abgestimmte und akzeptierte wissenschaftliche neutrale Begleitung kann die Transparenz, das Vertrauen und die Vermittlung von Technologien unterstützen. Eine Gewähr auf Erfolg stellen die beschriebenen Maßnahmen jedoch nicht dar, sie sind fördernde Faktoren für einen Akzeptanzprozess.

Aus den einzelnen Untersuchungsgegenständen kann abgeleitet werden, dass PtG zwar momentan eine teure Technologie ist, die jedoch eine Möglichkeit für die schnelle Dekarbonisierung darstellt, da dieses Konzept bestehende Infrastrukturen zur Energieverteilung und relativ kostengünstige und vorhandene Technologien zur Nutzung wie z.B. Thermen und Gasfahrzeuge nutzt. Die Analysen zeigten zusammenfassend, dass PtG eine akzeptierte große Chance ist:

  •     erneuerbaren Strom für alle Sektoren einfach zur Verfügung zu stellen
  •     durch die Weiternutzung vorhandener, bewährter und effizienter Infrastruktur volkswirtschaftlich optimierte Energiesysteme in Verbindung mit Strom als Primärenergie zu entwickeln
  •     die Dekarbonisierung aller Sektoren kurzfristig zu ermöglichendie Einführungskosten für neue Technologien abmildern bzw. strecken zu können
  •     die Stromverteilnetze entlasten zu können
  •     Regionen durch die Nutzung von regional erzeugter Energie durch die Verschiebung der Wertschöpfung in die Region stärken zu können
  •     erneuerbaren Strom saisonal zu speichern und überdimensionierte Installation von Windkraftanlagen zu vermeiden
  •     über KWK erhebliche Beiträge zum Ausgleich positiver Residuallast beitragen zu können


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