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Ansprechpartner

Begleitung Klimaschutzplan 2050

Wissenschaftliche Unterstützung zum Vorhaben „Erstellung und Begleitung des Klimaschutzplans 2050“ im Bereich der Industrie


Auftraggeber   

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)


Laufzeit: Juli 2015 bis Dezember 2018
 

Hintergrund

Deutschland hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Klima- und Energiepolitik sehr weitreichende langfristige Ziele gesetzt und entsprechende Umsetzungsstrategien für den Zeithorizont bis zur Mitte des Jahrhunderts ausgearbeitet. Die im Energiekonzept 2011/2012 festgelegten und auch von der aktuellen Bundesregierung getragenen langfristigen Emissions­minderungsziele (80-95% Minderung der CO2-Emissionen bis 2050 gegenüber 1990) stellen für alle Bereiche eine enorme Herausforderung dar. Zum Erreichen dieser Ziele ist eine weitgehende „Decarbonisierung“ der verschiedenen Sektoren, wie z.B. Industrie, Verkehr, private Haushalte oder des Sektors Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) erforderlich.

Bei der Gestaltung eines derart umfassenden Transformationsprozesses müssen lange Vorlauf- und Entwicklungszeiten berücksichtigt werden. Viele der emissionsrelevanten Sektoren sind durch sehr langlebige Kapitalstöcke (Gebäude, Kraftwerke, Anlagen der Grundstoffindustrien; Schienen­fahrzeuge und Flugzeuge) und entsprechende Innovationszyklen geprägt. Die Definition von ambitionierten Zwischenzielen bzw. die Überprüfung und Überarbeitung der existierenden Zwischenziele ist daher von großer Bedeutung, wenn die Langfristziele effektiv und auf kosteneffiziente Weise erreicht werden sollen. Darüber hinaus müssen primär klimapolitisch motivierte Ziele auch mit anderen energiepolitischen Zielen (Versorgungssicherheit etc.) oder industrie- und sozialpolitischen Zielen (Innovationsimpulse für die Wirtschaft, Begrenzung der Kostenbelastungen etc.) in Übereinstimmung gebracht werden.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung im Dezember 2014 das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 mit zusätzlichen Maßnahmen beschlossen, um als nächsten Schritt das für das Jahr 2020 gesetzte Ziel zu erreichen. Auch die im Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 definierten Klimaschutzmaßnahmen dürften jedoch bei weitem nicht ausreichen, um die langfristigen Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Schließlich kommt hinzu, dass auch die Zielerreichung des Nationalen Aktionsplans für Energieeffizienz (NAPE) derzeit nicht abgesichert ist, da einige Instrumente in ihrer Ausformung noch nicht genau spezifiziert sind oder voraussichtlich nicht in der Form umgesetzt werden können wie ursprünglich geplant.

Daher soll zur Absicherung der Zielerreichung ein „Klimaschutzplan 2050“ erarbeitet werden, der die weiteren Reduktionsschritte im Lichte der europäischen Ziele und der Ergebnisse der Pariser Klimaschutzkonferenz 2015 bis zum Ziel im Jahr 2050 beschreibt. In diesen Prozess soll die Öffentlichkeit im Rahmen eines breiten Dialogprozess über geeignete Klimaschutzmaßnahmen eng eingebunden und somit auch das Verständnis und die Akzeptanz für die erarbeiteten Maßnahmen erhöht werden. Vorarbeiten hierzu wurden bereits umgesetzt (siehe www.klimaschutzplan2050.de).

Untersuchungsziele im Sektor Industrie

Der Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen des verarbeitenden Gewerbes sind heute noch zu mehr als 50 % von wenigen energieintensiven Grundstoffen bestimmt. Seit 2007 stagniert der Endenergiebedarf der Industrie in Deutschland bei etwa 2.600 PJ und ihre Treibhausgasemissionen stagnieren bei 190 Mio. t CO2 equiv.

Gleichzeitig sind die im NAPE und im Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 zusätzlich beschlossenen Maßnahmen, wie bereits erwähnt, mit Unsicherheiten bzgl. ihrer Wirkung behaftet. Es ist absehbar, dass weitere Maßnahmen ergriffen oder beschlossene und bestehende Maßnahmen „angeschärft“ oder erweitert werden müssten, um einen hinreichenden Beitrag des Industriesektors zum Erreichen des Gesamtzieles für 2020 – aber auch für weitere Zieljahre – zu gewährleisten. Hierzu können weitere Maßnahmen zu den nicht-energiebedingten, prozess-spezifischen Treibhausgasemissionen beitragen. In den meisten Fällen geschieht dies über Begrenzung der spezifischen Treibhausgasemissionen oder Verbote.
 

Sektorale Handlungsbedarf

Im Rahmen dieses Projektes werden die nachfolgenden Sektoren im Einzelnen analysiert und der Dialogprozess wissenschaftlich begleitet:

  • Industrie     -        Verantwortlicher: IREES

sowie

  • Energiewirtschaft
  • Gebäude (Wohn- und Nichtwohngebäude) - Wärmebereitstellung
  • Private Haushalte – Strom
  • GHD (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen)
  • Verkehr
  • Landwirtschaft
  • Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF)
  • Abfall/Sonstige

 

Das IREES übernimmt dabei folgende Aufgaben:

Zunächst soll der Beteiligungsprozess wissenschaftlich begleitet werden. Für eine erfolgreiche Gestaltung und spätere Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 ist es von großer Bedeutung, frühzeitig alle relevanten Akteure einschließlich der Bürgerinnen und Bürger in den Gestaltungsprozess einzubinden. Hier werden die komplexen Wirkzusammenhänge und wissenschaftlichen Hintergründe aufbereitet und in den Diskussionsprozess einspeist
Außerdem wird die inhaltliche Ausgestaltung des Klimaschutzplans 2050 wissenschaftlich begleitet und fachlich und quantitativ bewertet. Dazu werden zunächst verfügbare aktuelle Studien zum Klimaschutz bzw. zur Treibhausgasemissionsentwicklung in Deutschland bis 2050 überblicksmäßig ausgewertet und die Plausibilität der entsprechenden Emissionsentwicklungen für die unter­schiedlichen Sektoren separat bewertet. Des Weiteren wird vom IREES der aktive Dialogprozess zwischen Öffentlichkeit und Industriesektor im Rahmen einer Reihe von Dialogveranstaltungen mit Verbänden, Bürgern und Delegierten mit fachlicher Expertise wissenschaftlich begleitet.

Nach Abschluss des Beteiligungsprozesses wird – unter Berücksichtigung der Ergebnisse der 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Paris im Dezember 2015 – die Erstellung und Ressortabstimmung zum ersten deutschen Klimaschutzplan fachlich, z.B. mit Maßnahmenvorschlägen, Instrumentenbewertungen oder Strategiepapieren von Sektorexperten unterstützt.
 

Partner im Forschungsprojekt

  • Öko-Institut und
  • Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)
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