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STADTQUARTIER 2050: Herausforderungen gemeinsam lösen

Beispielgebende Sanierung und Nachverdichtung von Stadtquartieren zu klimaneutralen Wohnsiedlungen mit Leuchtturmanwendungen in Stuttgart und Überlingen


Auftraggeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Laufzeit: März 2018 – Februar 2023

Hintergrund

Mehr als ein Viertel der gesamten Endenergie verbrauchen die Deutschen in den eigenen vier Wänden. Vor allem zum Heizen und zum Duschen. Das Problem dabei: Viele Gebäude sind schlecht oder gar nicht gedämmt und haben häufig eine veraltete Heizungsanlage. Das führt dazu, dass die Gesamtheit der Gebäude in Deutschland zu mehr als 30 Prozent der CO2-Emissionen beitragen. Genau die will die Bundesregierung aber bis 2050 im Vergleich zu 2008 um mindestens 80 Prozent senken. Das wird nur gelingen, wenn Gebäude und ganze Stadtquartiere energieeffizient und klimafreundlich werden. Eine Mammutaufgabe, die jedoch mit staatlicher Unterstützung zu meistern ist.

Ziele

Die Aufgabenstellung, bis zum Jahr 2050 den Gebäudebestand der Bundesrepublik Deutschland und somit auch unserer Städte nahezu klimaneutral mit Energie zu versorgen, wird im Projekt „STADTQUARTIER 2050“ beispielhaft für zwei Quartiere in zwei Städten bereits jetzt angegangen. Dabei wird das jeweils vorhandene ambitionierte städtische Energiekonzept konkret in bewusst unterschiedlichen Wohnquartieren unter dem besonderen Aspekt der sozialverträglichen Mietpreisentwicklung umgesetzt. Es werden in den zwei Quartieren über 960 Wohneinheiten entstehen mit einer Gesamtinvestitionssumme von ca. 190 Mio. Euro. Im Einzelnen handelt es sich um ein Konversionsgebiet mit Umnutzung, Sanierung und teilweise Abriss und Neubebauung eines ehemaligen Krankenhausareals in Stuttgart und eine Randgebietssanierung mit Baufelderweiterung in Überlingen. Da in beiden Städten ähnliche Aufgaben im Bereich der unterschiedlichen Wohnquartiere anstehen, ermöglicht dieser systematische Ansatz, unterstützt auch durch den direkten Austausch in der geplanten Städteplattform eine Übertragung und Nutzung der Ergebnisse und Erfahrungen (also einen Multiplikationseffekt) aus den Demonstrationsquartieren nicht nur innerhalb der jeweiligen Stadt sondern auch in der jeweils anderen Stadt. Die an den anstehenden Aufgaben orientierten technologischen und sozialwissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte sowie die geplanten Tools unterstützen diesen Ansatz. Reale Aufgabenstellungen werden bearbeitet und für beide Städte und somit auch für andere Städte übertragbar gelöst.

Beide Demonstrationsquartiere haben das Ziel, klimaneutrale Quartiersimmobilien bezogen auf Wärme und Strom, inklusive dem Nutzerstrom, zu konzipieren, planen und umzusetzen. Als Bewertungsgröße ist hier die äquivalente CO2-Emission als Jahresbilanz vorgesehen. Dabei müssen in den Quartieren unterschiedliche Randbedingungen wie z.B. ein erhaltenswerte Bausubstanz in einzelnen Gebäuden, eine unterschiedliche Eigentümerstruktur mit teilweise hohem Sozialwohnungsanteil, teilweise vorhandenen Wohnungseigen-tümergemeinschaften (WEGs), etc. berücksichtigt werden.
Darüber hinaus stehen beide Städte vor der Herausforderung, möglichst schnell Wohnraum für sozial schwache Bevölkerungsgruppen zu schaffen bzw. den Engpass im Bereich bezahl-baren Mietwohnraum zu verringern. Gleichzeitig ist dem Ziel einer energetisch hochwertigen Sanierung gerecht zu werden. Das bedeutet, dass jeweils Quartiere entstehen sollen, in denen Wohnraum zu schaffen ist, mit einem klimaneutralen Gebäudebestand auf Quartiers-ebene, einem integrierten, generationenübergreifenden, sozial durchmischten, ökologischen und klimaneutralen Wohnquartier. Und gleichzeitig soll es bezahlbarer Wohnraum sein. Damit beschäftigen sich beide Quartiere mit einer integralen Planung, mit Kostenoptimierung, mit Nachverdichtung und letztendlich mit Energiegerechtigkeiten, d.h. einer warmmietneutralen und sozialverträglichen Sanierung der Quartiere und damit mit zukunftsweisenden Ansätzen im Sinne von klimaneutralen Versorgungen.

Das IREES bearbeitet dabei in folgenden Arbeitspaketen die sozialwissenschaftlichen Fragestellungen:

  • Erhaltenswerte Bausubstanz
  • Motivation von Baugenossenschaften und Wohnungseigentümergemeinschaften zur Sanierung
  • Bonussysteme für energiebewusstes Verhalten
  • Energiegerechtigkeit
  • Quartiers-App

Verfügbare Publikationen

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